Weiterbildungszertifikat „LSBTIQ*-Beratung“ (CAS)

Weiterbildungszertifikat „LSBTIQ*-Beratung“ (CAS) 2019-06-17T16:05:32+00:00

Masterstudiengang

Weiterbildungszertifikate

Was bedeuten die vielen Labels L-S-B-T-I-Q-P-ect. für die Menschen, die sich damit bezeichnen? Welche Rolle spielt die LSBTIQ* Community für queere Menschen? Wie bedeutsam sind Diskriminierungserfahrungen für LSBTIQ* in Zeiten der sog. „Ehe für alle“? – Und wie unterscheiden sie sich je nach sozialem Status, Religion und anderen sozialen Merkmalen? Über welche besonderen Ressourcen verfügen LSBTIQ* Menschen? Wie kann eine LSBTIQ* wertschätzende beraterische oder therapeutische Begleitung gestaltet werden? Wie können transsexuelle Menschen durch Gutachtenstellung gut unterstützt werden?

Diese und ähnliche Fragen sind Thema im CAS LSBTIQ*-Beratung. Psychotherapeut*innen und Berater*innen stehen nämlich vor der anspruchsvollen Herausforderung, innerhalb ihrer heterogenen Gruppe von Klient*innen auch lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, intersexuelle und queer lebende Menschen (LSBTIQ*) mit spezifischem Fachwissen zu unterstützen. Die Haltung „Ich behandle alle gleich“ reicht dazu nicht aus. Es braucht LSBTIQ* spezifisches Fachwissen. Aber auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung zu sexuellen Orientierungen und geschlechtlicher Vielfalt ist erforderlich. Damit sich LSBTIQ* Klient*innen als solche zu erkennen geben, ist es außerdem wichtig zu signalisieren, dass LSBTIQ* Menschen als Klient*innen willkommen sind.

Das Weiterbildungsangebot wird in Kooperation mit dem VLSP* e. V., dem Verband für lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, intersexuelle und queere Menschen in der Psychologie, durchgeführt.

  • Grundlagenwissen zu den Begrifflichkeiten im Kontext von LSBTIQ* einschließlich historischer, aktueller und ethischer Diskurse
  • Aneignung relevanter rechtlicher Rahmenbedingungen zu LSBTIQ* und Anwendung auf konkrete Beratungsfälle
  • Kenntnis der Vielfalt von Beratungsanliegen mit Bezug zu LSBTIQ* und der kritischen Reflexion von Diagnosepolitik
  • Kompetenz, Diskriminierungsstrukturen und Ressourcen unterschiedlicher sozialer Gruppen erkennen, Intersektionalität in konkreten Beratungsanliegen verstehen und affirmativ beraten
  • Selbstreflexion eigener homo- und transnegativer Einstellungen in Bezug auf die eigene Beratungspraxis
  • Wissen zu LSBTIQ*-sensibler Umsetzung gängiger Beratungs- und Therapiemethoden- einschließlich Psychotherapiestandards

Das Zertifikatsstudium wird berufsbegleitend absolviert. Die Seminare verteilen sich auf zwei Semester. Sie werden zur Hälfte in Präsenzlehre durchgeführt, die pro Seminar an zwei zeitversetzten Präsenztagen (einmal freitags 9:00 bis-17:00 Uhr und einmal samstags von 9:00-15:00 Uhr) stattfindet. Pro Präsenzwochenende (freitags und samstags) finden zwei verschiedene Seminarteile statt. Die restliche Lehrzeit wird im Fernstudium studiert. Eine Abschlussprüfung im Folgesemester schließt sich an. Insgesamt werden 16 Credit Points erworben. Nach erfolgreichem Bestehen der Prüfung wird ein Certificate of Advanced Studies (CAS) ausgestellt.

Inhalt und Aufbau:

  • Seminar 1: Grundlagen zum Thema LSBTIQ* (inkl. Paare und Familien, verschiedene Lebensalter, Gender- und Queer-Theorie)
  • Seminar 2: Rechtliche und medizinische Aspekte zum Thema LSBTIQ*
  • Seminar 3: LSBTIQ* Menschen in Psychotherapie, Beratung und Psychiatrie (inkl. historischer Entwicklung und Selbstreflexionen zu eigenen Arbeitsfeldern)
  • Seminar 4: Intersektionalität mit anderen sozialen Kategorien (z.B. Religion, Ethnizität, Alter, Klasse) und Diversity-Kompetenz

Das Weiterbildungsangebot richtet sich an berufserfahrene Personen aus den Fachgebieten Psychologie, Psychiatrie, Erziehungswissenschaften, soziale Arbeit sowie therapeutisch oder beratend tätige Personen angrenzender Fachbereiche.

Berufliche Perspektiven

  • Qualifizierung für die therapeutische und beratende Arbeit mit LSBTIQ* Klient*innen
  • Nachkommen der Fortbildungsverpflichtung für approbierte Psychotherapeut*innen (bei der Landespsycho­thera­peuten­kammer Baden-Württemberg beantragt)
  • Anerkennung von Seminaren in anderen Masterstudiengängen der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe, wie in den berufsbegleitenden Studiengängen „Geragogik“ oder „Erwachsenenbildung“ (in Planung).

Bewerber*innen mit aktiver Berufspraxis in Psychotherapie, Psychiatrie, Sozialberatung, Schulsozialarbeit, Jugendarbeit o. Ä. werden zugelassen, wenn sie zudem über einen ersten fachbezogenen Studienabschluss verfügen (Bachelor oder Äquivalent). Vorkenntnisse zum Thema LSBTIQ* werden nicht vorausgesetzt.

Die Bewerbungsfrist ist der 15. September.

Interessierte richten ihre Kurzbewerbung (eine DIN A 4 Seite) mit Angaben über ihre aktive Berufspraxis und ihren Studienabschluss als ein PDF Dokument an

LSBTIQ@ph-karlsruhe.de

Zugelassene Studierende erhalten nach dem Ende der Bewerbungsfrist Informationen über die formelle Anmeldeprozedur einschließlich einzureichender Kopien von Studienabschlussurkunden und Verwaltung der Studiengebühren.

Nach dem Erreichen der Höchstteilnehmendenzahl von 20 Studierenden wird eine Warteliste geführt.

Studienbeginn ist jeweils im Wintersemester. Bewerbungsfrist ist der 15. September.

Präsenztage im Wintersemester 2019/2020 und Sommersemester 2020:

  • Seminar 1 „Grundlagen zum Thema LSBTIQ*“: 8. November 2019 (9:00-17:00 Uhr, einschließlich Einführung in das CAS) und 18. Januar 2020 (9:00-15:00 Uhr)
  • Seminar 2 „Rechtliche und medizinische Aspekte zum Thema LSBTIQ*“: 9. November 2019 (9:00-15:00 Uhr) und 17. Januar 2020 (9:00-17:00 Uhr)
  • Seminar 3 „LSBTIQ* Menschen in Psychotherapie, Beratung und Psychiatrie“: 25. April 2020 und 3. Juli 2020
  • Seminar 4 „Intersektionalität mit anderen sozialen Kategorien und Diversity-Kompetenz“: 24. April 2020 und 4. Juli 2020

Die Gebühren betragen insgesamt 1.200 Euro. Darin enthaltene Leistungen sind:

  • vier Seminare (jeweils 7 x 90 Min. Präsenz und jeweils 7 x 90 Min. Fernlehre)
  • ein wissenschaftliches Studium im Umfang von 16 Credit Points, anrechenbar auf einschlägige Masterstudiengänge
  • mündliche Abschlussprüfung (unbenotet)
  • Vernetzung mit LSBTIQ* Beratungs- und Therapienetzwerken
  • Beratung und Betreuung in allen Lernphasen durch die Dozierenden
  • ein aussagekräftiges Zertifikat (Certificate of Advanced Studies) der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe und des VLSP* e. V. nach erfolgreichem Absolvieren des gesamten Studiums

Einzelseminare sind auf die berufsbegleitenden, weiterbildenden Masterstudiengänge „Geragogik“ und „Erwachsenenbildung“ (in Planung) der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe anrechenbar.

Die Pädagogische Hochschule Karlsruhe und der VLSP* legen Wert auf familienfreundliche Studienbedingungen. Sie ermöglichen die optimale Nutzung der individuellen Zeitressourcen von berufstätigen Eltern oder von Studierenden, die Angehörige pflegen oder sich intensiv ehrenamtlich engagieren.

Die vier Seminare des Zertifikates bauen inhaltlich aufeinander auf. Der Besuch dieser als Einzelseminare (Weiterbildungskurse) ist möglich. Sie haben einen Umfang von vier Credit Points und werden ebenfalls berufsbegleitend studiert. Die Gebühren betragen pro Weiterbildungskurs 300 Euro. Sie sind komplett auf das Zertifikat „LSBTIQ*-Beratung“ anrechenbar.

Das Weiterbildungsangebot wird in Kooperation mit dem VLSP* e. V., dem Verband für lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, intersexuelle und queere Menschen in der Psychologie, durchgeführt.

Zum VLSP* e. V.

Der VLSP e.V. wurde 1993 in München als fach- und berufsbezogene Interessenvertretung von schwulen und lesbischen Kolleg*innen aus allen Fach- und Arbeitsbereichen der Psychologie gegründet. Seit 2008 können neben Psycholog*innen auch Kolleg*innen bzw. Studierende mit einem gleichwertigen Abschluss in einem angrenzenden Fach (z.B. der Medizin) Mitglied werden.

Seit vielen Jahren sind beim VLSP* auch bisexuelle und trans* Menschen engagiert. Diese Vielfalt kommt im Verbandsnamen zum Ausdruck, der seit 2015 besteht: bisexuelle, trans*, intersexuelle und queere Menschen werden nun auch ausdrücklich benannt. Im Verband sind alle Kolleg*innen willkommen, die sich aus psychologischer Perspektive mit sexueller Orientierung und geschlechtlicher Vielfalt auseinandersetzen wollen.

  • Prof. Mechthild Kiegelmann
  • Andrea Lang
  • Isabelle Melcher
  • Daniel Wilhelm

Alle Informationen im Überblick im Flyer zum Angebot (Copyright: Pädagogische Hochschule Karlsruhe)

Weitere Informationen:
Satzung über die Erhebung von Gebühren für das Kontaktstudium
Rahmenordnung für das Kontaktstudium

Wissenschaftliche Leitung

Telefon: +49 721 925 5050
E-Mail: LSBTIQ@ph-karlsruhe.de

Wissenschaftliche Leitung

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E-Mail: LSBTIQ@ph-karlsruhe.de

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